Daten, Fakten, Historisches zum 190er
Die Baureihe 201 (1982-1993) - Die Motoren
Mit Sechszylinder-Motor zu neuen Qualitäten
Nach dem Fünfzylinder-Selbstzünder packt Mercedes-Benz im Herbst 1985 sogar einen Reihensechszylinder in den 190er: Auf der IAA zeigen die Stuttgarter im September den 190 E 2.6. Aus 2566 Kubikzentimeter Hubraum leistet die Maschine 166 PS (122 kW) und bringt den mit Fünfgang-Schaltgetriebe ausgerüsteten Wagen in 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, das Spitzentempo liegt bei 215 km/h. Für Aufsehen sorgt auf der IAA die feinfühlige Integration des großen Sechszylindermotors im beengten Motorraum des Typ 190: Hier ist den Mercedes-Benz Ingenieuren ein Stück automobile Maßschneiderei gelungen. Seine erstarkte Leistung zeigt der 190 E 2.6 nach außen mit einer Doppelrohr-Auspuffanlage sowie der tiefer und steiler nach unten gezogenen Bugschürze mit breiteren Lüftungsschlitzen. Wenige Wochen nach dem Debüt des 190 E 2.6 rollt der 500 000. Typ 190 vom Band. Das neue Modell mit Benzineinspritzung ist noch nicht darunter. Denn die Serienproduktion des 190 E 2.6 läuft erst im April 1986 an, in den Handel kommt das Modell schließlich im Oktober 1986 zusammen mit dem 190 E 2.3. Diese Variante des W 201 unterscheidet sich von der gleichnamigen Exportversion durch einen normal verdichtenden Vierzylindermotor, der 136 PS (100 kW) leistet.
Zu diesem Zeitpunkt kann für alle Benziner der Baureihe eine geregelte Abgasreinigungsanlage mit Dreiwege-Katalysator bestellt werden. Eine Ausnahme bildet nur der Typ 190 mit Vergaser. Alternativ liefert Mercedes-Benz, ebenfalls als Sonderausstattung, die sogenannte „RÜF-Version“ (Rückrüstungsfahrzeug). Dabei kommt das Fahrzeug ohne Katalysator und Lambdasonde, aber mit dem multifunktionalen Gemischaufbereitungs- und Zündsystem. Eine Nachrüstung mit dem geregelten Katalysator ist ohne Probleme möglich. Das Angebot macht eine flexible Entscheidung darüber möglich, wann der Besitzer des Fahrzeugs dieses auf geregelte Abgasreinigung umstellen will. Von September 1986 an ist dann auch das Vergasermodell mit Abgasreinigungsanlage erhältlich, und der geregelte Katalysator gehört bei allen Mercedes-Benz Pkw-Modellen mit Otto-Motor zur Serienausstattung. Die Rückrüstfahrzeuge gibt es bis August 1989 auf Wunsch allerdings weiterhin. Ihr Kauf ist nun mit einem entsprechenden Preisabschlag gegenüber der Katalysator-Version verbunden.
Ein sportlicher Diesel debütiert
Die Kompaktklasse geht 1987 den Weg zum sportlichen Diesel weiter: Auf der IAA stellt Mercedes-Benz im September den 190 D 2.5 Turbo vor. Der aufgeladene Selbstzünder ist mit einem 122 PS (90 kW) starken Fünfzylinder-Turbodiesel-Aggregat ausgerüstet, das auf dem bewährten Saugmotor basiert. Die Leistungssteigerung mit Hilfe des Abgas-Turboladers ist für ein Plus von 32 PS (24 kW) gut und ermöglicht 192 km/h Spitze sowie eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,5 Sekunden. Erkennungsmerkmal des neuen Typs, der bereits seit Herbst 1986 in die USA exportiert wird, sind sechs zwischen Blinkleuchte und Radausschnitt angeordnete Lufteinlassschlitze im rechten Vorderkotflügel. Das ist keine martialische Zier, sondern notwendiger Atemweg für den Turbolader, der an dieser Stelle seine Ansaugluft bezieht. Vom Schwestermodell mit Saugmotor unterscheidet den Turbodiesel außerdem ein zweiflutiger Endschalldämpfer.
Im März 1988 läuft in Bremen der millionste W 201 vom Band: Die Kompaktklasse hat sich erfolgreich als dritte große Baureihe der Marke etabliert. Mercedes-Benz überarbeitet in diesem Jahr den 190er gründlich. Sechs Jahre nach der Präsentation des ersten Typs 190 stellen die Stuttgarter im September 1988 auf dem Pariser Automobil-Salon das Ergebnis dieser Modellpflege für die Kompaktklasse vor. Im Vordergrund stehen die stilistische Überarbeitung der Karosserie und die Neugestaltung des Innenraums. Auffälligstes Erkennungsmerkmal der modellgepflegten Typen sind die seitlichen Flankenschutz-Leisten mit integrierten Längsschweller-Verkleidungen, wie sie in ähnlicher Form auch an den Coupés der Baureihe 124 zu finden sind.
Die Bug- und Heckschürzen werden weiter nach unten gezogen und mit voluminöseren Stoßfängern versehen, die dank neuer Trägerteile und geänderter Pralldämpfer eine höhere Energieaufnahme erlauben. Die neue Burgschürze stammt ursprünglich aus dem 190 E 2.6 und reduziert nun bei allen Modellen den Auftrieb an der Vorderachse. Am Heck optimiert die neue Schürze hingegen die Luftabströmung. Der rechte Außenspiegel wird mit der Modellpflege Bestandteil der Serienausstattung. Fahrer und Passagieren zeigt sich der Typ 190 aufgrund eines neu gestalteten Innenraums großzügiger und komfortabler. Dazu tragen auch die größere Knie- und Kopffreiheit im Fond sowie verbesserte Sitze vorn und hinten bei.
Pünktlich zur Modellpflege stellt Mercedes-Benz das neue Spitzenmodell der Kompaktklasse vor: Der neue 190 E 2.5-16 löst nach vier Jahren den ersten Sechzehnventiler mit 2,3-Liter-Motor ab. Das Aggregat entsteht allerdings aus der Maschine des Vorgängers, möglich macht das die Verlängerung des Kolbenhubs. Der neue Motor mobilisiert mit Katalysator eine Höchstleistung von 195 PS (143 kW). Das sind 25 PS (18 kW) mehr als beim Vorgänger. Auch mit Katalysator entsprechen die Fahrleistungen des neuen Modells jenen des 190 E 2.3-16 ohne Abgasreinigung. Äußerlich zeigt sich der neue Sechzehnventiler ebenfalls als Erbe des Nardo-Rekordwagens. Allerdings stehen nun zwei neue Lackierungen zur Auswahl: Die Metallic-Farben „Almandinrot“ und „Astralsilber“ ergänzen den bisherigen Auftritt in „Blauschwarz“ und „Rauchsilber“.
Quelle: Daimler Chrysler Media/Daimler Media
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